Der Goldene Saal
Der Goldene Saal ist einer der größten und schönsten Rathaussäle der Spätrenaissance. Er ist 32,5 m lang, 17,5 m breit und über 14 m hoch.Schöpfer der opulenten Ausstattung einschließlich der Fresken und Deckengemälde ist der Augsburger Maler Matthias Kager.Die Figuren und Ornamente an Wand, Decke und Portalen sind aus Holz geschnitzt und mit insgesamt 2,6 kg Blattgold überzogen.Nach der Zerstörung des Rathauses in der Bombennacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 wurde der Goldene Saal im Zeitraum von 1980 bis 1996 wiederhergestellt.Die Kosten für die Wiederherstellung des Goldenen Saales und des Fürstenzimmers I beliefen sich isgesamt auf umgerechnet ca. 9 Mio €.
Die Historie des Rathauses
Dort, wo sich heute das bedeutendste Bauwerk Elias Holls über die Dächer der Stadt erhebt, stand auch schon das alte gotische Rathaus. Es wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut, trotzdem entsprach es zuletzt in keiner Weise mehr den Ansprüchen des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Da man einen repräsentativen Rahmen für die Reichstage schaffen wollte und die Planungsergebnisse für einen grundlegenden Umbau unbefriedigend waren, beschloss der Rat der Stadt am 15. Januar 1615, ein neues Rathaus zu errichten. So durfte dann der Stadtbaumeister Elias Holl im Jahre mit dem Bau des neuen Rathauses beginnen. Nach der feierlichen Grundsteinlegung am 25.Augsust 1615 begann der Bau sehr schnell zu wachsen. Die Leitung dieser ungewöhnlich umfangreichen Baustelle stellte eine organisatorische Meisterleistung dar: Dies gilt nicht nur für die meist langwierige Beschaffung der enormen Mengen an Baumaterial, das vielfach über weite Entfernungen angeliefert werden musste, sondern gleichermaßen für den Einsatz der großen Zahl von Handwerkern, Kunsthandwerkern und Künstlern, von denen oft nicht weniger als 200 zu gleicher Zeit am Bau tätig waren. Der Dreißigjährige Krieg (1618-48) und die Verlegung der Reichsstage nach Regensburg führte jedoch dazu, dass nur einmal – und zwar 1713 wegen der Pest in Regensburg – der Reichstag in Augsburg stattfand. Genutzt wurde das Rathaus darum hauptsächlich als Versammlungsstätte der Stadt (für die 300 Mitglieder des Großen Rats). In der Bombennacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 wurde die Augsburger Innenstadt, sowie das Rathaus weitestgehend zerstört. Noch während des Krieges wurden erste Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, um die verbliebene Bausubstanz zu erhalten. Somit war das Rathaus wieder gegen die Einflüsse der Witterung geschützt und am 16. Mai 1947 konnte zum zweiten Mal in seiner Geschichte Richtfest gefeiert werden. Die Sanierung der Rathausfassaden konnte schließlich 1955 abgeschlossen werden. Der in den folgenden Jahren zügig voranschreitende Innenausbau fand am 18. April 1962 mit der Einweihung des wiederhergestellten Rathauses seinen feierlichen Abschluss.
Die Wandmalereien
An der Nordwand (Eingangsseite) sehen wir acht heidnische, an der Südwand acht christliche Kaiser mit ihren jeweiligen Wahlsprüchen. Diese stehen in einem dialektischen Verhältnis zueinander und sollen die Überlegenheit des Christentums gegenüber dem Heidentum ausdrücken (z.B. bei Julius Caesar: „veni, vidi, vici“ - „ich kam, sah und siegte“ und ihm gegenüber Karl V. mit: „veni, vidi, deus vicit“ – „ich kam, sah und Gott siegte“).Für den unteren Wandbereich wählte man eine plastisch wirkende Grisaille- und Groteskenmalerei, die einen harmonischen Übergang von den Malereien zum Marmorboden bildet.Die Wandmalereien wurden vom Augsburger Kunstmaler Hermenegild Peiker rekonstruiert.
Die Fürstenzimmer
An den Ecken des Goldenen Saales führen vier Portale zu den sogenannten Fürstenzimmern. Diese dienten als Empfangs-und Aufenthaltsräume für hochgestellte Besucher. Bis heute wurden zwei dieser Nebenräume rekonstruiert.
Das Fürstenzimmer I
Die reich profilierte Kassettendecke ist aus Nussbaum- und Eichenholz. Angenehm schlicht wirkt die vornehme Wandvertäfelung aus Eiche und Nussbaum sowie der Parkettfußboden in Lärchenholz mit abgesetzten Friesen aus geräucherter Eiche.Aus jedem Fürstenzimmer führt eine Geheimtür - eingebaut in die Wandvertäfelung - ins Treppenhaus.Drei großformatige Bilder zeigen Szenen aus der Belehnung des Herzogs Moritz von Sachsen mit der sächsischen Kurwürde durch Kaiser Karl V. am 24. Februar 1548 in Augsburg.An den Fensterpfeilern befindet sich eine Reihe von sechs Halbfigurenbildern mit Allegorien von Tugenden.Alle Bilder im Fürstenzimmer I stammen von Matthäus Gundelach.Wo sich in früheren Zeiten hochgestellte Persönlichkeiten versammelten, werden heute regelmäßig Paare getraut.
Die Fürstenzimmer
An den Ecken des Goldenen Saales führen vier Portale zu den sogenannten Fürstenzimmern. Diese dienten als Empfangs-und Aufenthaltsräume für hochgestellte Besucher. Bis heute wurden zwei dieser Nebenräume rekonstruiert.
Einzug Karls V. auf den Weinmarkt zu Augsburg
Ölgemälde von Matthäus Gundelach (1622/1624)
Die Kaiserbüsten
Die über den Türen angebrachten Köpfe sollten den Besuchern bereits im Eingangsbereich verdeutlichen, dass das Heilige Römische Reich deutscher Nation in der Tradition des römischen Kaisertums gesehen wurde.
Die ehemalige Wachstube der Stadtgarde
In der Vergangenheit diente dieser Gebäudeteil militärisch-polizeilichen Zwecken: Die Reichsstadt Augsburg unterhielt eine eigene Militäreinheit. Links des Hauptportals befand sich die Wachstube der Stadtgarde. Noch bis 1990 beherbergten die Räumlichkeiten die Polizeistation des Polizeireviers 1. Heute befinden sich hier die Räumlichkeiten des Europabüros.
Gedenkstätte für gefallene und vermisste Mitarbeiter
Im hinteren Teil des Unteren Fletzes wurde nach dem 1. Weltkrieg eine Gedenkstätte für die städtischen Mitarbeiter eingerichtet, die als Soldaten im ersten Weltkrieg gefallen sind. Deren Namen wurden nach 1945 um die Namen der im zweiten Weltkrieg gefallenen bzw. vermissten Mitarbeiter ergänzt.
Das Europabüro
Hier befindet sich das Euopabüro mit Europe direct und der Kommunalen EntwicklungszusammenarbeitDas städtische Europabüro ist die zentrale Anlaufstelle für Angelegenheiten der Stadt Augsburg rund um die Europäische Union (EU). Es verfolgt die kommunalpolitischen Entwicklungen und Entscheidungsprozesse der EU und kann dadurch die Interessen der Stadt Augsburg frühzeitig in Entwicklungsprozesse zukünftiger EU-Strategien und auch Förderprogramme einbringen.Um die Bürgerinnen und Bürger gezielt über die EU und deren Tätigkeiten zu informieren, betreibt die Stadt Augsburg mit Unterstützung der Europäischen Kommission seit Mai 2007 ein Europe Direct im Augsburger Rathaus. Neben der persönlichen Beratung zu EU-Fragen und der Bereitstellung von Informationsmaterial organisiert das Büro Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekte rund um die EU.
Vorraum mit Blindentastmodell
Ehemals diente dieser Vorraum der Bürgergarde als Wachstube. Heute beherbergt er das gerade bei Besuchergruppen beliebte Blindentastmodell. Es wurde 2020 vom Rotary Club Augsburg-Fuggerstadt als Modell für Blinde und Sehende gestiftet.
Gedenkraum für die Augsburger Opfer der Shoah
Am Rande einer Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 1998 wurde der damalige Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher von anwesenden Überlebenden der Shoa und der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg auf die Notwendigkeit einer Gedenktafel für die unter dem NS-Regime ermordeten jüdischen Augsburgerinnen und Augsburger aufmerksam gemacht.Am 25. November 1999 beschloss der Kulturausschuss die Anfertigung der Gedenktafeln.Im Jahr 2001 wurden Gedenktafeln mit den Namen jüdischer Opfer zunächst im Unteren Fletz aufgestellt. Nach dem Auszug der Polizeiinspektion 1 aus dem Rathaus konnte ein eigener Gedenkraum eingerichtet werden. Dieser wurde der Öffentlichkeit am 09. November 2004 offiziell präsentiert.Eine weitere Gedenktafel wurde im April 2012 im Rahmen einer Gedenkveranstalttung zum 70. Jahrestag der Deportation Augsburger Jüdinnen und Juden ins polnische Piaski angebracht.Die gläsernen Gedenktafeln wurden vom Augsburger Künstler Klaus Goth gestaltet.
Gedenktafel 1
Auf der Tafel werden Leid und Leistungen von Frauen im zerstörten Nachkriegsdeutschland und in der Stadt Augsburg thematisiert. Frauen haben durch den Verlust von Ehemännern und Söhnen viel Leid erfahren und hatten großen Anteil am Wiederaufbau der Gesellschaft.
Gedenktafel 2
Die Tafel erinnert an die Zerstörung des Rathauses in der Bombennacht vom 25./26. Februar 1944 und an den Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren.
"2.000 Jahre Stadtgeschichte zum Anfassen"
Die Geschichte der Stadt Augsburg wird anhand diverser Exponate aus verschiedenen Epochen dargestellt. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt für Blinde und Sehende, gestiftet vom Lions Club Augsburg, dem Lions Club Augsburg Raetia, dem Lions Club Augsburg - Elias Holl sowie dem Leo-Club Augsburg-Fuggerstadt mit Unterstützung verschiedener Sponsoren.
Wandteppich
Aus Anlass der 30jährigen Patenschaft überreichte der Heimatkreis Reichenberg 1985 diesen ca. 2,0 x 3,5 m großen Wandteppich für den Stadtratssaal mit Augsburger und Reichenberger historischen Motiven.
Der Sitzungssaal
Nach 1945 wurde dieser Teil abgetrennt. Er bietet Raum für Oberbürgermeister/in, berufsmäßige Stadträte, 60 gewählte ehrenamtliche Stadträte sowie ca. 20 Besucher.Einst befanden sich am Nordosteck die Stuben des Bauamts sowie des Pflegamts. Die sog. Bauherren kontrollierten nicht nur das Bauwesen, sondern sämtliche Ausgaben der Stadt Augsburg (heute ist hierfür die Kämmerei zuständig). Die Pflegsherren hatten die Fürsorge für Witwen und Waisen als wichtige Aufgabe.
Die ehemalige Steuerstube
Als republikanischer Stadtstaat verfügte Augsburg über eine eigene Steuerverwaltung; somit lag am Südosteck die Steuerstube des reichsstädtischen Steueramts.
Bedeutung der Räumlichkeit
Der Obere Fletz war und ist die zentrale Örtlichkeit der Stadtverwaltung. Seit 1620 wurden und werden hier wesentliche Entscheidungen für Augsburg getroffen. Der Begriff "Fletz" stammt aus der schwäbischen Mundart und bedeutet "Foyer". Um das Foyer herum gruppierten sich einst sogenannte Amtsstuben.Durch die Integration der Stadt ins Königreich Bayern trat Augsburg in den Jahren 1805/1806 die Funktionen als reichsunmittelbare Stadt an Bayern ab. Das zentrale Entscheidungsorgan ist im Rahmen der Bayerischen Kommunalverfassung der Stadtrat, der erstmal 1919 gewählt wurde und zusammentrat. Er tagt im Sitzungssaal.In den einstigen reichsstädtischen Amtsstuben sind heute u. a. Fraktionsbüros und Räumlichkeiten der heute im Stadtrat vertretenen Parteien untergebracht.Im Laufe der Zeit wandelte sich der Obere Fletz als zentrale Stelle der Reichsstadt zur wichtigen Örtlichkeit gelebter Demokratie im Freistaat Bayern und in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Hauptportale
Der Zugang erfolgt über die beiden Treppenhäuser durch die prächtigen Hauptportale aus Nussbaumholz. Sie sind 5 m hoch und 4,4 m breit.
Die ehemalige Ratsstube
Einstiger Sitzungsort des inneren Rats der Reichsstadt Augsburg
Die ehemalige Gerichtsstube
Einstiger Sitz der Justizbehörde, da die Reichsstadt Augsburg sowohl über die niedere als auch die höhere Gerichtsbarkeit verfügte.
Das südliche Hauptportal
Über dem südlichen Hauptportal erscheinen in großformatiger Inschrift die Namen des zur Zeit des Rathausbaues herrschenden Kaisers Ferdinand II, des Geheimen Rates und der Augsburger Bauherren.
Das nördliche Hauptportal
Über dem nördlichen Hauptportal befindet sich ein allegorisches Gemälde von Hans Rottenhammer (von Hermenegild Peiker nach Farbfotos rekonstruiert) mit dem Reichsadler, der thronenden „Augusta“ und den Augsburger Flüssen Lech, Wertach, Singold und Brunnenbach. Eine Frauengestalt mit Ährenkranz und Füllhorn (Abundantia) versinnbildlicht den Überfluss.
Der Saalboden
Der Saalboden besteht aus Marmorplatten (Rotscheck- und Grauschnöllmarmor aus Adnet bei Hallein), sowie Solnhofener Kalksteinplatten die miteinander ornamental verlegt wurden. Die Marmor- und Kalksteinplatten stammen aus dem Steinbruch, der schon bei der Erbauung des Rathauses das Material lieferte.
Historischer Tisch
Das Fürstenzimmer II
Die reich profilierte Kassettendecke sowie die vornehme Wandvertäfelung sind aus Nussbaumholz und Blumenesche.Aus jedem Fürstenzimmer führt eine Geheimtür - eingebaut in die Wandvertäfelung - ins Treppenhaus.Drei großformatige Bilder zeigen die Regierungsformen Monarchie, Aristokratie und Demokratie.An den Fensterpfeilern befindet sich eine Reihe von sechs Halbfigurenbildern mit Darstellungen römischer Feldherren, die in Bezug zur Stadt Augsburg stehen.Alle Bilder im Fürstenzimmer II stammen von Johann König.Wo sich in früheren Zeiten hochgestellte Persönlichkeiten versammelten, finden heute regelmäßig Pressekonferenzen statt.
Monarchie
Ölgemälde von Johann König (1624)
Aristokratie
Ölgemälde von Johann König (1622/1624)
Demokratie
Ölgemälde von Johann König (1622/1624)
Rhaetus
Halbfigurenbild von Johann König (1622)
Augustus Caesar
Halbfigurenbild von Johann König (1622)
Nero Claudius Drusus Germanicus
Halbfigurenbild von Johann König (1622)
P. Quintus Varus
Halbfigurenbild von Johann König (1622)
M. Titius
Halbfigurenbild von Johann König (1622)
L. Cornelius Balbus
Halbfigurenbild von Johann König (1622)
Kachelofen
Die Fürstenzimmer sind jeweils mit einem kunstvoll und individuell gestalteten Kachelofen von über 5 m Höhe und einem Gewicht von ca. 3 t ausgestattet. Die Öfen bestehen aus mehr als 200 Einzelkomponenten und einer Fülle dekorativer Details. Durch Graphitierung erhielten sie das Erscheinungsbild von Gusseisen. Sie wurden vom Flur aus mit Holz beheizt. Heute sind die Öfen mit acht Elektro-Heizelementen bestückt.
Geheimtür
Die nördlichen Fensterkartuschen
Unter den Fenstern an der Nordseite sind auf querovalen, einfarbigen Kartuschen Szenen aus dem Leben berühmter heidnischer Frauen dargestellt.
Beratung über die Verleihung der Kurfürstenwürde an Moritz von Sachsen.
Ölgemälde von Matthäus Gundelach (1622/1624)
Übergabe der Kurinsignien an Moritz von Sachsen
Ölgemälde von Matthäus Gundelach (1622/1624)
Voluntas (die Willenskraft)
von Matthäus Gundelach
Ratio (die Vernunft)
von Matthäus Gundelach
Religio (die Frömmigkeit)
von Matthäus Gundelach
Potentia (die Macht)
von Matthäus Gundelach
Autoritas (die Herrschaft)
von Matthäus Gundelach
Felicitas (die Glückseligkeit)
von Matthäus Gundelach
Kachelofen
Die Fürstenzimmer sind jeweils mit einem kunstvoll und individuell gestalteten Kachelofen von über 5 m Höhe und einem Gewicht von ca. 3 t ausgestattet. Die Öfen bestehen aus mehr als 200 Einzelkomponenten und einer Fülle dekorativer Details. Durch Graphitierung erhielten sie das Erscheinungsbild von Gusseisen. Sie wurden vom Flur aus mit Holz beheizt. Heute sind die Öfen mit acht Elektro-Heizelementen bestückt.
Geheimtür
Das Große Deckengemälde
Früher war die Decke mit 27 Ketten am hölzernen Dachstuhl aufgehängt. Heute ist die Kassettendecke an einer massiven Stahlsteindecke befestigt.Das Kernstück, ein 24 m² großes längsovales Mittelbild, zeigt Sapientia (die Weisheit), verkörpert durch eine Frauengestalt in reichem Gewand mit Krone und Szepter. Sie thront auf einem Triumphwagen, der von Weisen und Rechtsgelehrten gezogen wird. Mit ihrem Wahlspruch „Per me reges regent“ („Durch mich herrschen die Könige“) wird sie zur wichtigsten Tugend eines jeden Herrschers erhoben. Auf beiden Seiten des Mittelbildes sind Rundbilder angeordnet, die von vier Ovalbildern umgeben sind. Die Rundbilder versinnbildlichen die Aufgaben von Regenten, die Ovalbilder die Tugenden eines Bürgers in einem wohlbestellten Gemeinwesen.Ursprünglich wurden die elf Deckenbilder von Matthias Kager angefertigt. Nach den Zerstörungen der "Bombennacht" von 1944 wurden die Deckenbilder von Prof. Oskar Martin-Amorbach rekonstruiert und von Hermenegild Peiker nachträglich angepasst.Die seitlichen Deckenkartuschen stellen 24 Wahrzeichen von Habsburger Herrschern aus dem Hause Österreich dar.
Das östliche Rundbild
Das östliche Rundbild symbolisiert mit dem Leitmotiv „Hostes arcentur“ („Feinde werden abgewehrt“) die Wehrbereitschaft, bildlich dargestellt in der Person einer „Minerva Bellona“.
BONA FIDE
„Bona fide“: „Auf Treu und Glauben" (Sinnbild für die Redlichkeit)
BONUS RIDET, MALUS PLORAT
„Bonus ridet, malus plorat“: „der Gute lacht, der Böse weint“ (Sinnbild für die Gerechtigkeit)
OMNIA ET UBIQUE
„Omnia et ubique“: „Alles und überall“ (Sinnbild für den Wohlstand)
PROCUL PARCAE
„Procul parcae“: „Fern bleiben die Todesgöttinnen“ (Sinnbild für die Heilkunst)
Das westliche Rundbild
Das westliche Rundbild zeigt die „Architectura“, die Göttin der Baukunst, neben der sich Elias Holl, der Erbauer des Rathauses (erkennbar an Risszeichnung und Zirkel), verewigt hat. Auf dem Spruchband steht „Civitates conduntur“ („Städte werden gegründet“). Es sollen hier die segensreichen Auswirkungen baulichen Schaffens dargestellt werden.
IUVENTUS SAPIT
„Iuventus sapit“ : „Die Jugend strebt nach Wissen“ (Sinnbild für die Gelehrsamkeit)
CIVES PROPAGANTUR
„Cives propagantur“: „Die Bürger breiten sich aus“ (Sinnbild für das Wachstum)
NEMO OTIOSUS
„Nemo otiosus“: „Niemand sei untätig“ (Sinnbild für den Fleiß)
CAELUM APERITUR
„Caelum aperitur“: „Der Himmel öffnet sich“ (Sinnbild für die Frömmigkeit)
Die südlichen Fensterkartuschen
Unter den Fenstern an der Südseite sind auf querovalen, einfarbigen Kartuschen Szenen aus dem Leben berühmter alttestamentarischer Frauen dargestellt.